Die wichtigsten weißen Rebsorten

Riesling

Der deutsche Klassiker: Riesling ist der Inbegriff der heimischen Weinbaukultur. Hinweise auf seinen Anbau im Rheingau und an der Mosel tauchen bereits in Dokumenten aus dem 15. Jahrhundert auf. Der Riesling zählt zu den besten Rebsorten für Weißwein und erlebt in seinem Stammland Deutschland einen regelrechten Boom. Seine Verbreitung hat in den letzten Jahren enorm zugenommen: Mit rund 23.000 Hektar nimmt sie inzwischen fast ein Viertel der gesamten deutschen Anbauflächen für Wein ein. Ohne Frage ist dies die Nummer eins aller Rebsorten in Deutschland. Riesling ist in allen Anbaugebieten des Landes zuhause, vor allem an der Mosel und in der Pfalz.

Riesling-Weine zeichnet ihre Finesse und Eleganz aus. Charakteristisch sind eine feine Säure und ein fruchtiges Bouquet, das oft an Aromen von Apfel, Aprikose, Pfirsich oder Zitrusfrüchten erinnert. Durch den relativ hohen Säuregehalt lassen sich Rieslinge besonders lange lagern. Sie sollten frühestens ein Jahr nach der Ernte genossen werden, oft auch erst Jahre später.

Junge Rieslinge eignen sich sehr gut als leichte Sommerweine. Länger gereifte Rieslingweine begleiten leichte Speisen wie Fisch und Gemüse perfekt.

Riesling
Der Riesling und seine Fruchtaromen, Quelle: DWI

Müller-Thurgau / Rivaner

Der Schweizer Rebenzüchters Hermann Müller aus dem Kanton Thurgau züchtete diese Rebsorte Ende des 19. Jahrhunderts. Seitdem hat sie ihren Siegeszug durch die Anbaugebiete im deutschsprachigen Raum angetreten. Lange vermutete man hinter Müllers Rebe eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner, weshalb auch die Bezeichnung Rivaner üblich ist. Tatsächlich kreuzte er jedoch die Rebsorten Riesling und Madeleine Royale.

Ein Wein aus der Müller-Thurgau-Rebe ist unkompliziert, süffig und leicht. Er sollte jung getrunken werden, denn bei zu langer Lagerung verliert er sein typisches, feines Muskat-Aroma.

Ein idealer Wein für Einsteiger, der auch gut zu leichten Speisen wie Spargel, Schinken oder jungem Gouda passt.

Müller-Thurgau/Rivaner

Silvaner

Die Silvanerrebe ist eine der ältesten in Deutschland bekannten Rebsorten. Schon vor mehr als 350 Jahren wurde sie in Franken angebaut.

Typisch für Silvaner ist die milde Säure und ein Bouquet, das oft an Stachelbeere erinnert. Aus der Rebe entsteht ein neutraler, einfacher Blanc, dessen Charakter von der Bodenbeschaffenheit abhängt.

Speisen wie Tafelspitz, Pilzgerichten oder Salaten begleitet der Silvaner sehr gut.

Silvaner

Grauburgunder

Der Graue Burgunder ist trotz seiner rötlich bis roten Beeren eine Weißweinsorte. Er ist auch bekannt als Ruländer, Pinot Gris und Pinot Grigio. Die empfindliche und anspruchsvolle Rebe ist vermutlich eine Verwandte des Spätburgunders und auch in Deutschland schon seit vielen hundert Jahren bekannt. In der jüngeren Zeit hat sie sich gerade durch den Erfolg der italienischen Pinot Grigio-Weine in die ganze Welt verbreitet.

Die traditionellen deutschen Ruländer waren schwere, süße Weine, deren Trauben erst im sehr reifen Zustand verarbeitet wurden.

Heute haben sich fruchtige und säurebetonte Grauburgunder-Weine durchgesetzt, die auf einer früheren Lese der Trauben basieren.

Ein Grauburgunder-Wein ist ein harmonischer Begleiter zu feinem Essen wie Jungwild, Wildgeflügel, kurzgebratenem Lamm, Rind oder Seefisch.

Grauburgunder

Gewürztraminer

Diese Rebsorte wurde in Deutschland schon vor 500 Jahren urkundlich erwähnt und ist ein echtes Stück Weinkultur. Sie hat rötliche Beeren und stellt hohe Ansprüche an Lage und Anbau. Der Name kommt vermutlich vom Örtchen Tramin in Südtirol, wo die Rebsorte auch heute noch angebaut wird. Größtes Anbaugebiet ist das Elsass, wo rund ein Drittel der weltweiten Traminer-Rebstöcke stehen.

Gewürztraminer sind aromatische Weine, deren Bouquet an den Duft von Rosen erinnert.

Er passt wunderbar zu würzigen Fleisch- und Geflügelgerichten und aromatischem Käse.

Gewürztraminer

Chardonnay

Diese Rebsorte kommt traditionell aus dem Burgund, wo aus ihr die weltbesten Weißweine gekeltert werden – zum Beispiel in Montrachet, Meursault oder Chablis. Klangvolle Ortschaften, auf deren kalkhaltigen Böden die Sorte besonders gut gedeiht. Die Qualitäten dieser Traube und ihre relative Unempfindlichkeit haben sie aber längst in alle Welt getragen – zum Beispiel in die USA, dem inzwischen größten Chardonnay-Anbaugebiet der Welt, nach Australien, Chile, Italien, Südafrika und zunehmend auch nach Deutschland.

Durch die Vielfalt der Anbaugebiete entstehen ganz unterschiedliche Weine: Im Stahltank ausgebaute Chardonnays bestechen mit ausgeprägter Säure und einem fruchtigen Bouquet aus Äpfeln und Zitrusfrüchten. Beim Ausbau im Eichenfass kommen Vanille- und Butternoten hinzu. Ebenfalls charakteristisch ist ein nussiger Geschmack, der auch rauchige Noten beinhalten kann.

Dieser Blanc korrespondiert wunderbar mit Pasta-Gerichten, kurzgebratenem Lamm, Schwein oder Scampi in kräftiger Sauce.

Chardonney

Sauvignon Blanc

Diese Edelrebe ist nach dem Chardonnay die zweitwichtigste weiße Rebsorte. Von ihrer Heimat Loiretal, wo in Sancerre oder Pouilly-Fumé weltberühmte Sauvignon Blancs produziert werden, hat sie einen Siegeszug um die Welt angetreten und ist inzwischen auch in Neuseeland und Südafrika eine der wichtigsten Sorten. Im Verschnitt mit Sémillon werden aus der Traube die berühmten edelsüßen Sauternes-Weine hergestellt.

Sauvignon Blanc-Weine sind meist trocken, würzig und haben einen hohen Alkoholgehalt. Ihr Aroma wird oft mit dem von Gras und Kräutern beschrieben, aber auch fruchtige Töne wie Stachelbeere, Johannisbeere oder Pfirsich sind üblich.

Ein Sauvignon Blanc harmoniert perfekt mit Fisch und Meeresfrüchten, aber auch mit Pasta-Gerichten.

Sauvignon Blanc

Scheurebe

Diese Rebsorte ist nach ihrem Züchter Georg Scheu benannt. Er kreuzte 1916 den Riesling mit der Bukettraube. Warum er selbst angab, Riesling und Silvaner gekreuzt zu haben, ist nicht bekannt. In Österreich ist die Weinrebe auch als Sämling 88 bekannt. Hier und auch in Deutschland belegt sie zwar nur kleine Anbauflächen, doch werden daraus herausragende edelsüße Weine gekeltert. Auch für Eisweine eignet sie sich.

Bei vollständiger Reife lässt sich aus den Trauben ein Blanc mit subtilem und rassigem Aroma herstellen, das an schwarze Johannisbeeren und Grapefruit erinnert.

Als trockene oder halbtrockene Spätlese passt dieser Wein zu Fisch- und Geflügelragouts, die stark gewürzt sind, aber auch zu Gerichten aus der asiatischen Küche. Die edelsüßen Spätlesen sind hervorragende Begleiter für fruchtige Nachspeisen.

Scheurebe


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