Die wichtigsten rote Rebsorten

Spätburgunder

Diese Edelrebe hat von ihrer Heimat Burgund aus die Weinkeller und auch die Weinberge dieser Welt erobert. Sie firmiert auch als Pinot Noir, Blauburgunder oder Schwarzburgunder. Schon seit mehr als 1.500 Jahren wird diese wohl wichtigste Rotweinrebe kultiviert. Spätburgunder ist auch der wichtigste Bestandteil des Champagners, weswegen er in diesem weltberühmten Weinbaugebiet die größte Fläche belegt. Nach Frankreich und den USA liegt Deutschland übrigens weltweit auf Platz drei bei der Spätburgunder-Anbaufläche. Mehr als die Hälfte davon liegt in Baden, das seinem Ruf als Burgunderland somit mehr als gerecht wird.

Ihre hohen Ansprüche an den Anbau macht die Traube mit ihrem einmaligen Geschmack und Duft mehr als wett. Spätburgunderweine sind meist trocken ausgebaut und haben einen vollmundigen Geschmack. Typisch für einen roten Wein aus der Spätburgunder Weinrebe ist das Aroma von fruchtigen Beeren und Kirschen, aber auch Nuancen von Vanille oder Pfeffer sind möglich.

Als Begleiter zu Wild- und Schmorgerichten von Lamm und Rind oder einem klassischen Coq au Vin ist der Spätburgunder ideal. Der Rotwein passt aber auch zu einem aromatischen Bergkäse.

Spätburgunder
Die Fruchtaromen des Spätburgunders, Quelle: DWI

Trollinger

Trollinger – bei diesem Wort bekommt jeder echte Schwabe Heimatgefühle. Es ist der typische Wein der "Viertelesschlotzer" und steht synonym für die lebendige schwäbische Weinkultur. Die Rebe ist in Südtirol unter dem Namen Vernatsch bekannt und weit verbreitet. Dieser Verwandtschaft verdankt sie wohl auch ihren Namen: Vermutlich entstand Trollinger seinerzeit aus dem Wort "Tirolinger".

In Deutschland liegt fast die komplette Trollinger-Anbaufläche in Württemberg. Hier wächst die Rebe auf rund einem Fünftel der gesamten Weinbaufläche.

Ein typischer Trollinger ist süffig, leicht und hat ein fruchtiges Kirschbouquet. Am besten schmeckt er als junger Wein.

Trollinger harmoniert sehr gut zu Kässpätzle (natürlich!) und anderen Pastagerichten, aber auch zu Pizza oder Kaninchen.

Trollinger

Lemberger

Lemberger (auch: Blaufränkisch) ist hierzulande eine Spezialität der Württemberger Winzer. Fast alle deutschen Lemberger-Rebstöcke stehen in Württemberg. Dort gehört diese im 19. Jahrhundert aus Österreich importierte Rebsorte zu den Top 3 der angebauten Rotweine.

Typisch für einen Lemberger ist sein Aroma von Kirschen, Pflaumen, Wald- und Johannisbeeren. Diese Fruchtigkeit ist auch ein Grund, warum dieser rote Wein gerne im Verschnitt mit anderen Sorten verwendet wird – zum Beispiel als "Trollinger mit Lemberger".

Der Lemberger kann je nach Ausbauart und Reifegrad ganz unterschiedliche Weincharaktere hervorbringen: von leicht und fruchtig bis tanninreich und voluminös, vom frischen Sommerwein bis zum gerbstoffbetonten Begleiter von Wildgerichten oder einem schwäbischen Zwiebelrostbraten.

Lemberger

Dornfelder

Obwohl vergleichsweise jung, ist der 1955 in Weinsberg bei Heilbronn neu gezüchtete Dornfelder heute die am zweithäufigsten angebaute Rotweinrebe Deutschlands und vor allem in Rheinhessen und in der Pfalz zu Hause.

Seinen Siegeszug verdankt der Dornfelder seiner intensiven, roten Farbe, seinem harmonischen, geschmeidigen Wesen und seinem fruchtigen Aroma.

Im Ausbau haben sich zwei Varianten durchgesetzt: junge Dornfelder-Weine, bei denen die starken Fruchtaromen besonders betont sind und die sich hervorragend als Sommerwein eignen, und im Barrique-Fass ausgebaute, kräftige und gerbstoffbetonte Weine, die sich besonders für kältere Jahreszeiten eignen.

Dornfelder Rotwein korrespondiert gut mit Wild- und Grillgerichten und geschmorter Lammkeule.

Dornfelder

Schwarzriesling

Der Name täuscht: Der Schwarzriesling ist kein Verwandter des Rieslings, sondern eine Mutation des Spätburgunders. Unter dem Namen Pinot Meunier (Müller-Pinot) ist er in Frankreich bekannt. Er ist neben dem Chardonnay und dem Spätburgunder einer von drei Grundweinen des Champagners, weswegen er verstärkt in der Champagne angebaut wird.

In Deutschland ist der Schwarzriesling vor allem in Württemberg zuhause. Nicht nur dort genießt man ihn gerne als Dämmerschoppen in der klassischen Literflasche. Er kann aber auch eine Alternative zum Spätburgunder sein, da sein fruchtiges Aroma von Beeren und Kirschen dem des berühmten Verwandten ähnelt.

Der Schwarzriesling ist ein guter Begleiter zu Schweinebraten, Lamm oder Piccata Milanese.

Schwarzriesling

Merlot

Der Merlot ist eine der meist angebauten Rotweinsorten der Welt. Sie kommt aus der Gegend um Bordeaux, wo sie bereits im 18. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Dort entstehen auch einige der berühmtesten Merlot-Weine der Welt, zum Beispiel der Château Pétrus und der Le Pin. Die seit den 1990er Jahren weltweit stark wachsende Beliebtheit des Merlots sorgte für eine rasante Verbreitung auch in Übersee. Auch in Italien gibt es große Anbauflächen. Der Merlot harmoniert sehr gut mit anderen Rebsorten wie dem Cabernet Sauvignon. Daher wird er oft als Cuvée gemeinsam mit diesen verschnitten und im Barrique ausgebaut.

Typische Merlot-Weine haben einen hohen Alkoholgehalt, relativ wenig Tannin und schmecken weich und geschmeidig. Ihr Aroma erinnert an Pflaumen und Brombeeren.

Merlot ist ein hervorragender Solo-Wein, begleitet aber auch Wild-, Rind- und Schmorgerichten sowie Geflügel wie Ente oder Taube perfekt.

Merlot

Cabernet Sauvignon

Diese Edelrebe ist eine der bekanntesten Rebsorten der Welt und wird schon seit Jahrhunderten angebaut. Ihre Ursprünge liegen im Bordelais, in jüngerer Zeit hat sie aber auch beträchtliche Flächen in USA, Chile, Argentinien, Australien und Südafrika erobert. In seiner Heimat Bordeaux wird er meist für einen typischen Cuvée mit anderen Rebsorten verschnitten und stellt in dieser Kombination die Basis für Weine mit großen Namen. So belegt er zum Beispiel den Großteil der Rebflächen der Weingüter Château Mouton-Rothschild oder Château Latour. Hervorragende sortenreine Cabernet Sauvignons kommen zum Beispiel aus Kalifornien und der Toskana.

Charakteristisch für diese Weine ist der Duft nach Johannisbeeren, oft schwingen auch Noten von Zedernholz mit. Sie eignen sich sehr gut für den Barrique-Ausbau und eine lange Lagerung und Reife.

Man genießt ihn am besten zu Lammgerichten oder gebratenem Rindfleisch mit kräftiger Sauce.

Cabernet Sauvignon

Portugieser

Nomen est omen: Vermutlich wurde der Portugieser im 18. Jahrhundert von Portugal nach Österreich gebracht. Seit etwa 1840 verbreitet sich die Rebsorte auch in Deutschland, vor allem in der Pfalz und Rheinhessen. Mittlerweile ist sie bei uns die dritthäufigste Rebsorte für den Rotweinausbau. Auch in Frankreich, Ungarn und Kroatien findet man diese Rebsorte.

Der Portugieser schmeckt sehr vollmundig und ist ein süffiger Schoppenwein. Gekühlt ist er erfrischend. Dank seines niedrigen Tannin-Anteils lässt er sich bereits im Frühjahr gut trinken.

Trockener Portugieser harmoniert gut mit dunklem Fleisch wie Wild- oder Rindfleischgerichten und auch zu italienischen Gerichten. Als halbtrockener Wein passt er zu mediterranen Gerichten und zu Geschmortem. Sein Weißherbst eignet sich für Schweinefleisch, Geflügel oder aromatischen Käse.

Portugieser


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